Amüsantes & Kurioses

Zungenbrecher

Der Schneider-Kreuznach Schriftzug, zu finden auf vielen Objektiven von Digitalkameras, bereitet manchem Probleme in der Aussprache - zu hören und zu sehen bei YouTube.


Schneider Kreisel

Nach mehreren Monaten Bauzeit hat der Bad Kreuznacher Oberbürgermeister gemeinsam mit dem Geschäftsführer der Jos. Schneider Optische Werke GmbH, Dr. Josef Staub, am 26. Juni 2009 den Kreisel an der ehemaligen Kreuzung Bosenheimer Straße/Dürerstraße für den Verkehr offiziell freigegeben.

Die auffällige Skulptur wurde nach den Entwürfen des Darmstädter Designers und Künstlers Peter Patzak gefertigt. Das Kunstwerk symbolisiert die Verbindung von Optik und Mechanik und damit das Zusammenspiel der Materialien Glas und Metall.


50 Jahre Rechentechnik - vom Fußgängertempo zur Lichtgeschwindigkeit

Die Wirklichkeit möglichst wirklichkeitsgetreu abbilden – das ist die grundlegende Aufgabe eines Objektivs. Die punktgenaue Projektion der dreidimensionalen Realität auf die zweidimensionale Fläche des Films bzw. Sensors stellt dabei hohe Anforderungen an die Objektivdesigner. Denn die Linsen müssen so berechnet sein, dass in ihrem Zusammenspiel alle von einem beliebigen Objektpunkt ausgehenden Strahlen sich hinter dem Objektiv wieder in einem Punkt vereinigen. Zugleich muss die Gesamtheit aller in einer Objektebene liegenden Punkte in der Bildebene korrekt wiedergegeben werden. Feinoptische Forderungen, die einen extrem hohen Rechenaufwand erfordern.

Lichtstrahlberechnung per Rechenschieber

Was heute selbst Heim-PCs bewerkstelligen könnten, bedurfte früher der Teamwork dutzender Mitarbeiter. Und so muten frühe Objektivdesign-Werkstätten fast wie Schulklassen an. Der arbeitsteilige Workflow funktionierte wie folgt: An hölzernen Doppelbänken der mathematischen Büros saßen jeweils zwei Kollegen. Mithilfe von Logarithmentafeln und Rechenschiebern – später auch mit schreibmaschinengroßen elektrischen Rechenautomaten – berechnete ein Mitarbeiter die Umlenkung des Lichtstrahls gemäß dem optischen Brechungsgesetz. Sein Sitznachbar kontrollierte das Ergebnis und reichte es weiter an die Kollegen am rückwärtigen Schreibtisch, die dieselbe Rechenprozedur für den zweiten Linsenradius wiederholten usw.

Datenfütterung per Lochkarte:

Mit dem Röhrenrechner ZUSE 22 hielt Ende der 1950er Jahre eine deutliche Arbeitserleichterung Einzug in die Konstruktionshallen von Schneider-Kreuznach. Der weltweit erste programmierbare Rechner war groß wie ein Schrank und arbeitete mit insgesamt 415 Elektronenröhren. Per Lochkarten wurde der ZUSE 22 mit den optischen Konstruktionsdaten gefüttert, ein eigenes Softwareprogramm berechnete dann alle notwendigen Strahldurchgänge am Objektiv. Später folgten dem ZUSE Großrechner anderer Hersteller von IBM und Digital Equipment.

Rechenfortschritt: Von Fußgängertempo bis Lichtgeschwindigkeit

Seit dem Jahre 1956 hat sich die Rechenleistung um den Faktor 10 hoch 9 (1.000.000.000 = 1 Milliarde) beschleunigt. Zum Vergleich: Setzt man die Geschwindigkeit früherer Rechensysteme mit dem Tempo eines Fußgängers gleich, so erreichen heutige Rechnerkapazitäten Lichtgeschwindigkeit. Die Konstruktionsberechnung an den schnellen, leistungsstarken PC-Workstations von heute hat das optische Design also revolutioniert. So berechnen aktuelle Computer Änderungen an einem oder mehreren Konstruktionsparametern - wie zum Beispiel Radius, Glastyp, Linsenabstand oder Vergütung - in Windeseile und werfen die Effekte auf die Abbildungseigenschaften in Form von Tabellen und Grafiken aus.