Testverfahren

Kleine Kameras, große Herausforderungen: Die Schneider-Kreuznach Kompaktkameraobjektive

Durch die fortschreitende Miniaturisierung der Digitalkameras steigen die Anforderungen an Kompaktkameraobjektive kontinuierlich. Grundsätzlich gilt: Je größer das Brennweitenspektrum und je kleiner der Objektiv- und der Sensordurchmesser, umso komplexer gestaltet sich die Korrektur der optischen Restfehler. Schneider-Kreuznach begegnet diesen Herausforderungen mit hochspezialisierter Rechnerleistung, der einzigartigen Expertise der Optik-Ingenieure und ausgefeilten Testverfahren. Darüber hinaus ist die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Partnerunternehmen von zentraler Bedeutung für das optimale Zusammenspiel von Kamera- und Objektiv.

Von der Idee zum Produkt

Bei der Neu- und Weiterentwicklung von Objektiven lassen sich grundsätzlich vier Phasen ausmachen. Und so funktioniert der Workflow zwischen Schneider-Kreuznach und Kodak:

Phase 1: Das Konzept

Am Anfang stehen Fragen nach Verbraucherwünschen und optischen wie technischen Zukunftstrends. Welche Eigenschaften soll die Kamera haben, welche das Objektiv? Als Antwort darauf entwickeln die Marketing- und die Technikabteilungen das Konzept für eine neue Kamera bzw. für die Pflege bereit eingeführter Modelle. In dieser Phase bereits ist eine enge Zusammenarbeit wichtig, um die optischen, technischen und gestalterischen Details zu definieren.

Phase 2: Die Objektiv-Konstruktion

Nachdem Fachleute beider Unternehmen die Parameter Produktionskosten, Objektiv-Performance und dessen Zusammenspiel mit der Kamera- Hard- und Firmware aufeinander abgestimmt haben, baut Schneider-Kreuznach einen ersten Objektiv-Prototyp. Die Objektivdesigner orientieren sich dabei an den Erfahrungen und den Qualitätskriterien aus dem professionellen Bereich.

Phase 3: Test des Objektiv-Prototyps

In dieser Phase wird der Objektiv-Prototyp umfassenden Prüfungen unterzogen. In insgesamt neun Tests werden die wichtigsten optischen Parameter wie Brennweite (Focal length), azimutale Justage der Linsen zueinander (Symmetry) und spektrale Transmission (spectral transmission), aber auch mögliche Abbildungsfehler wie chromatische Abberation, Verzeichnungen, Bildfeldwölbung (Image curvature) oder Randabschattungen untersucht. Wo nötig wird das Objektivdesign modifiziert, um das eingangs definierte Leistungsprofil zu erreichen.

Phase 4: Kombinierte Kamera-Objektiv-Tests

Die in Phase 3 durchgeführten Tests werden für das in den Kameraprototyp integrierte Objektiv wiederholt und ausgeweitet. Insgesamt prüft Schneider-Kreuznach in dieser Phase in 16 aufwändigen Einzeltests optische Eigenschaften und Restfehler wie etwa Verzeichnungen, Abschattung, die Modulationsübertragung (MTF) sowie die azimutale Linsenjustage in allen Brennweitenbereichen, aber auch die Farbwiedergabequalität und den Grad der chromatischen Abberation. Eventuelle Abweichungen vom zuvor definierten Sollwert werden durch weitere Anpassungen bei Objektiv und Kamera endgültig beseitigt.

Schneider-Kreuznach Qualität dank kontinuierlicher Überwachung

Über diese insgesamt 25 Eingangtests hinaus überwacht Schneider-Kreuznach die Objektivqualität auch während der Serienproduktion kontinuierlich. Dass am Ende eine Objektivperformance steht, die den Namen Schneider-Kreuznach verdient, liegt nicht zuletzt daran, dass dieselbe Messtechnik wie bei den Tests der Highend-Produkte zum Einsatz kommt.