Betriebsrundgang

Einblicke und Ausblicke: Eine virtuelle Tour durch die Objektivkonstruktion bei Schneider-Kreuznach

Die Entwicklung von Spitzen-Objektiven für fotografische Anwendungen ist unsere Leidenschaft. Bei der Umsetzung hilft uns unsere jahrzehntelange Erfahrung im Objektivbau – immer ein Ziel vor Augen: die Grenzen der Physik neu auszuloten. Unterstützt von Hochleistungs-Computern und modernsten Fertigungsanlagen arbeiten unsere Optik- und Mechanik-Experten in Bad Kreuznach kontinuierlich daran, die Konstruktion, das Design und die Fertigung von Präzisionsobjektiven für digitale Kameras weiter zu optimieren.

Sie möchten wissen, wie die Entwicklung und der Bau eines Schneider Fotoobjektivs im Einzelnen funktioniert? Dann begleiten Sie uns doch auf eine virtuelle Tour durch unsere Konstruktions- und Fertigungshallen. Erleben Sie, wie ein Schneider-Objektiv entsteht - vom mathematischen Entwurf bis hin zur Endkontrolle.


Aller Anfang ist Mathematik: Die Objektiv-Entwicklung am Computer

Hochleistungsrechner und hochspezialisierte Designsoftware – das sind die Handwerkszeuge der Objektivdesigner von heute. Modernste Computer Aided Design-Verfahren (CAD) erlauben dabei in kürzester Zeit die Berechnung, Simulation und Erprobung selbst komplexester Konstruktionen. Neben modernsten Rechenverfahren kommt auch die Tradition zu ihrem Recht. So können die Schneider Experten bei der Objektiventwicklung auf die Erfahrungswerte von vielen tausend Optik-Konstruktionen zurückgreifen: Jahrzehntelanges feinoptisches Know-how und modernste Rechenkapazitäten greifen perfekt ineinander.

Vom Reißbrett zur Produktion: Die CAD-gestützte Objektiv-Konstruktion

Sobald die Optikentwicklung abgeschlossen ist, definieren die Schneider Ingenieure die geometrischen Bedingungen für das perfekte Zusammenspiel von Fassung und Optik und entwerfen das komplette Objektiv am Rechner. Nur so ist gewährleistet, dass die errechnete Qualität mechanisch exakt umgesetzt wird.

Drehen, Fräsen, Bohren: Die computergesteuerte Fertigung von Objektivfassungen

Aluminium und Messing sind die Werkstoffe, aus denen die Fassungen für Schneider-Objektive entstehen - in hochmodernen CNC-Fertigungsanlagen. Am Anfang stehen computergesteuerte Arbeitsschritte wie Drehen, Fräsen und Bohren, am Ende das aufwändige Finish der Fassungsoberfläche inklusive Beschriftung. Das Ziel: Eine robuste und zugleich möglichst leichte Bauweise für maximalen Komfort und Zuverlässigkeit.

Der entscheidende Schliff: Die CNC-gestützte Linsenbearbeitung

Um ein Maximum an Fertigungsgenauigkeit und Reproduzierbarkeit zu erreichen, setzt Schneider-Kreuznach auch bei der Linsenfertigung auf hochpräzise, computergesteuerte Fertigungstechnologien. Die Linsen werden in mehreren Fertigungsschritten geschliffen, poliert, zentriert und beschichtet. Besondere Herausforderung: Viele der 130 verwendeten Glassorten bedürfen einer besonders schonenden Verarbeitung – Verfahrenstechniken, die Schneider kontinuierlich weiterentwickelt und an neue Materialien anpasst.

Jenseits der Kugel: Die Produktion asphärischer Linsen

Eine hohe Abbildungsleistung trotz fortschreitender Miniaturisierung: Dieser feinoptische „Spagat“ lässt sich nur mit Linsen meistern, deren Form „asphärisch“ ist, also von der klassischen Kugelform abweicht. Schneider-Kreuznach gehört beim Fertigen solcher asphärischer Optik-Flächen seit Jahrzehnten zu den Technologieführern und setzt dabei auf das besonders effiziente magneto-rheologische Finishing (MRF-Verfahren).

Kontrastoptimierung und Schutz: Die Objektiv-Vergütung

Am Ende der Linsenproduktion bei Schneider-Kreuznach steht die Vergütung: Eine hochwertige Antireflexionsbeschichtung schützt die empfindlichen Spezialgläser vor chemischen und physikalischen Einflüssen. Darüber hinaus verbessert sie die Kontrastwiedergabe und mindert das Bildrauschen digitaler Kameras effektiv. Auch bei diesem letzten Arbeitsschritt zählt Schneider-Kreuznach weltweit zu den Technologieführern: Im Kreuznacher Beschichtungszentrum werden die Schneider Linsen unter Reinraumbedingungen in Hochvakuum-Anlagen mit mehreren transparenten Schichten aus Metalloxyden bedampft (Mehrschichtenvergütung oder Multicoating ).

Ende gut, Linse gut: Die Endkontrolle

Der Name Schneider-Kreuznach steht seit vielen Jahrzehnten als Synonym für Spitzenqualität. Eine Säule dieses Erfolgs ist die rigorose Endkontrollein der Fertigung. So durchläuft jedes Objektiv ein dreistufiges Prüfverfahren: Zunächst kontrollieren computergesteuerte Messgeräte die Genauigkeit der mechanischen Bauteile (3D-Präzisionsmessung). Anschließend prüfen die Optik-Ingenieure per MTF-Messung (Modulationsübertragungsfunktion), ob das gebaute optische System vom gerechneten abweicht. Am Ende des Kontrollprozesses steht die visuelle Begutachtung jedes einzelnen Objektivs. Nach erfolgreichem Check verlässt es schließlich als Hochleistungsobjektiv „Made in Kreuznach“ das Werk.